Meine Biographie


Beim intensiven Nachdenken über meine Biographie in Zusammenhang mit den Themen „Gesundheit“ und „Lebenssinn“ sind mir folgende wesentlichen Entwicklungen klar geworden:

1958 bin ich in eine mittelständische Familie geboren worden. Eltern und Großeltern hatten entweder kaufmännische oder Ingenieursberufe, oder die Frauen sind häuslichen Aufgaben nachgekommen. Die Familie ist allen von hohem Wert gewesen. Gesundheitlich wurde viel mit Hausmitteln behandelt, und im Grenzfall ist erst und auch häufig der Heilpraktiker zu Rate gezogen worden. Auf gesunde Lebensweise wurde etwas geachtet, mit frischem Obst und Gemüse wurde der Vitalstoffgehalt angereichert, oft und teilweise ausgedehnt wurden Spaziergänge und Wanderungen gemacht.

Noch viel prägender habe ich mir aus dieser Zeit mitgenommen, daß Gott der wesentliche Urgrund des Lebens ist und ich mich in seinen Plan einordne. Ich bin christlich erzogen worden, und etliche zentrale Werte wurden mir von so gut wie allen Familienmitgliedern vorgelebt. Ein liebevoller Umgang in unserem Kreise wurde als selbstverständlich gesehen, und dies auch zu einem großen Teil Außenstehenden gegenüber praktiziert. Sonntags las Vater etwa eine Stunde aus der Bibel und frommen Schriften vor – wenn ich bei Oma und Opa väterlicherseits war, wurde täglich eine halbe Stunde Andacht gehalten und zweimal wöchentlich ein freikirchlicher Bibel-Hauskreis besucht. Gott war für mich damals eine mächtige Figur, schützend und schrecklich zugleich, denn gnadenlos streng bei Übertretung seiner Gebote. Damals, als Kind zwischen fünf und zwölf Jahren habe ich das als selbstverständlich hingenommen und mich damit arrangiert.

Schon in dieser Zeit habe ich mich für viele unterschiedliche Dinge interessiert. Sehr viel gelesen habe ich – neben Abenteuerbüchern auch Fachliteratur über die Natur, über Pflanzen- und Tierwelt, Kunst einschließlich Architektur, auch Physik und Chemie. Musiziert habe ich viel, auch gebastelt. Kochen und Handarbeiten habe ich von den Frauen meiner Familie gelernt oder abgeschaut. Schon damals war ich gerne in der Natur. Viel über Pflanzen habe ich von meiner Oma väterlicherseits gelernt. Wir haben mit Bestimmungsbüchern hunderte von Pflanzen untersucht und zugeordnet, und so habe ich einen ersten Überblick über unseren heimischen Bestand und die hiesigen Pflanzengemeinschaften gewonnen.

Diese Vielseitigkeit habe ich Jahre später auch im Studium mit Freude ausgelebt und mich in einem großen Teil der außermedizinischen Fakultäten bewegt – Kunst (Aktzeichnen) – Theologie (Exegese) – Soziologie (Seminar über Friedensbewegung) – Psychologie (Selbsterfahrung, Logotherapie, Tiefenpsychologie etc.) - Anglistik und Romanistik (Englisch Konversation, Italienisch) und etliche andere Angebote habe ich genutzt. Auch mein Freundeskreis ist für mich Anregung und Unterstützung gewesen, in einer „Gesamtsicht“ der Welt und des Lebens zu wachsen und neue umfassendere Perspektiven zu gewinnen. Dies erlebte ich als sehr wohltuend für meinen Arztberuf. Ein Beispiel dazu: Der Anatomiekurs, der sogenannte „Präp-Kurs“, in dem wir Leichen sezierten, war für mich psychisch sehr belastend. Riesige Erleichterung war für mich die gleichzeitige Teilnahme am Aktzeichenkurs, um dort mich auf die Lebendigkeit und Schönheit des - gleichermaßen – aus Muskeln und anderen Geweben bestehenden lebendigen menschlichen Körpers einzulassen.

Nach dem Studium hatte ich trotz diesen wertvollen Erfahrungen noch einen weiten Weg zurückzulegen, um von der „Fachmethode Medizin“ zu einer Gesamtsicht von Gesundheit und gesunder Lebensweise zu gelangen.

Als zugelassener Arzt arbeitete ich zuerst einige Jahre im herkömmlichen Gesundheitssystem, und kann mir deshalb ein fundiertes Bild von den Zuständen dort machen. Sowohl den Nutzen, als auch den Unsinn dieser Herangehensweise habe ich eingehend erlebt. Sechzig bis achtzig Arbeitsstunden pro Woche waren damals durchaus gängig, Massenabfertigung von Patienten mit großflächigem Einsatz von knallharten chemischen Keulen waren gängige Herangehensweisen. Sehr delikate Erfahrungen machte ich bezüglich vielfältiger oft subtiler, oft massiver Manipulation von uns „Halbgöttern“ (bzw. den Werdenden), was durchaus auch manchmal mit Bestechung bezeichnet werden kann, sowie dem Umgang mit Forschung, Statistik und das Zurechtbiegen solchiger. Schon frühzeitig, während des Studiums, begann ich mit der zusätzlichen Weiterbildung in Naturheilverfahren, machte schon während des Studiums mein Diplom in Akupunktur, schloß die Naturheilausbildung dann 1989 ab. Als Assistenzarzt bei verschiedenen Hausärzten und in zwei Kurkliniken konnte ich in dieser Richtung auch sieben Jahre lang praktische Erfahrungen sammeln. Dabei habe ich schon früh erkannt, daß ich mit den Fachmethoden wie Akupunktur an harte Grenzen bei der Therapie stieß, insbesondere was die Zeitdauer der Erfolge anbetraf. Häufig war, daß eine aus zehn Sitzungen bestehende Akupunturbehandlung nach etwa einem Jahr der Auffrischung bedurfte.

Zu-fällig stieß ich bei meinen Weiterbildungen auf ein Buch über die Lehre von Dr. Franz-Xaver Mayr und begriff bei eingehenderer Beschäftigung damit, daß Gesundheit und Heilungsvorgänge ganzheitlich betrachtet werden können. Auf diesem Weg ist es wesentlich mehr möglich, sowohl eine fundierte Diagnostik bezüglich der „Gesundheitsgeschichte“ des Einzelnen zu machen, als auch therapeutisch sinnvoll und weit an die Wurzel des Geschehens gehend einzuwirken. Mir wurde sehr wohl viel klarer, welche Kennzeichen ein gesunder Organismus hat, und mit welchen Symptomen und körperlichen Befunden sich Störungen äußern. Auch wurde mir bewußter, wieso ich mit Einwirkung von außen nur an der Oberfläche des Geschehens kratzte, und wie wichtig und wirksam es ist, wenn der Patient an seiner Lebensweise, noch viel mehr an seinem Selbst-, Welt- und Lebensbild arbeitet.

Damals betrachtete ich allerdings den sozialen Rahmen noch vergleichsweise eng, berücksichtigte vornehmlich „nur“ den Einfluß von Familie, Freundeskreis, Arbeitsumfeld auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Dazu mußte ich wohl erst durch eine schwere persönliche Krise gehen. Das habe ich dann als Anlaß genommen, um mein Leben radikal zu ändern, und in das „Gemeinschaftsleben“ und einzusteigen in die Schenkerbewegung, ich nenne sie inzwischen viel lieber „Bewegung für ganzheitlich nachhaltiges Leben“, weil es Sinn und Ziele, wie ich meine, wesentlich besser und bildlicher beschreibt.

Von entscheidender Bedeutung für die Überprüfung meines Lebenskurses und die Neuanpassung meines Weges erlebte ich den Abschied von meinem Vater. Ich durfte ihn in anderthalb Jahren schwerer Krankheit eng begleiten, war auch in seinen letzten Lebensstunden und bei seinem letzten Atemzug zugegen. Tief in Erinnerung ist mir dieses Ereignis, mit nichts anderem vergleichbar, und ich gewann in unbeschreiblich schmerzhafter „Geburt“ Einblick über die eigentlich wichtigen Dinge im Leben, so würde ich den Vorgang beschreiben. Nach Erholung, tiefer Sinnfindung und Neuorientierung und eineinhalbjähriger lehrreicher Suche entdeckte ich in Pommritz mein neues Zuhause. Ich trat 2002 der Gemeinschaft „Lebensgut Pommritz“ bei, im Kreise von etwa 35 Erwachsenen und Kindern, auf einem ehemaligen Rittergut in einem kleinen Dorf in der Oberlausitz in Sachsen. Hauptthemen waren unter anderem biologische Gärtnerei und Landwirtschaft, Permakultur und einzelne Aspekte anderer „nachhaltiger ganzheitlich orientierter“ Themen aus den Bereichen Ökologie, sozialem Miteinander und Spiritualität. So fand ich zur „Bewegung für ganzheitlich nachhaltiges Leben“ und freundete mich mit Menschen an, die in der Tiefe und überzeugend glücklich und zufrieden wirkten, im Dienst zum Wohle von Menschlichkeit und Natur. Wir setzen uns als zentrales Ziel für ein gesundes menschliches Miteinander in Liebe, Achtung, Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit ein. Dies soll einerseits erreicht werden durch gütliche Einigung mithilfe unserer vielen verschiedenen Qualitäten unter Abschaffung von Gewalt, andererseits durch sinnvolles bedürfnisorientiertes Teilen ohne Ausbeutung und Abrechnung.

Durch all diese Erfahrungen wuchs ich mehr und mehr in der Erkenntnis, wie wichtig die Gesundheit der Gesellschaftstruktur für unsere menschliche Gesundheit ist, welche massiven Auswirkungen Entwurzelung und Entfremdung von der Natur, Leistungsdruck, Konkurrenzkampf mit Gier und Existenzangst, Sinnverlust bezüglich der Alltagsarbeit, Vereinzelung und Vereinsamung auf die individuelle Gesundheit haben, und wie wesentlich grundlegende Änderungen sein können bezüglich der Lebensstrukturen, in die ich mich begebe.

Entscheidendes durfte ich bei meinem Austritt aus dem System der Bundesrepublik Deutschland und der Erklärung meiner politischen und wirtschaftlichen Eigenständigkeit erfahren. Einerseits erlebte ich eine riesengroße Gewissenserleichterung, daß ich mich endlich frei wußte von der Mitverantwortung als Mitglied eines solchen Machtkomplexes – beispielsweise an militärischer Rüstung und Krieg in der Welt, einschließlich des Wirkens der Rüstungsindustrie und an vielen anderen menschen- und naturzerstörenden Wirkungen des Kapitalismus. Andererseits durchlebte ich viele und tiefe Ängste durch meine Absonderung aus der Sicherheit gebenden autoritären Organisation einschließlich des sozialen Netzes (, das ich so gut wie nie genutzt hatte). Ich kam mir oft vor wie vogelfrei, aussätzig, gebrandmarkt, als Außenseiter, Sonderling, Irrer. Ich konnte mir dies nur behelfsmäßig durch „energetische Kräfte“, „Verlassen einer Gruppenenergie“ und ähnliche Konstrukte erklären. Letztendlich bin ich rückwirkend gesehen sehr froh über den Schritt, kann ich doch jetzt sagen, es mindestens zu versuchen, gesündere Strukturen aufbauen zu helfen und mitzutragen. (siehe auch ….......................).

Über zehn Jahre mühte ich mich auf unterschiedliche Weise ab, um „Friedensarbeit“ in dem Sinn zu machen, um Menschen und Gruppen zu begleiten und mit ihnen zusammenzuarbeiten, um beizutragen für eine grundsätzlich verantwortungsbewußte Lebenshaltung, die nicht nur Teilbereiche des Lebens abdeckt, sondern die „an die Wurzel geht“, und die zu anderer Struktur von Gesellschaft und Wirtschaftssystem schlüssigerweise führt, führen wird, ja führen muß, will man seinen Idealen wirklich treu bleiben. Alles, was von den vielen Versuchen übriggeblieben ist, sind die vier Erkenntnisse:
1. Habe ich mich selbst zu ändern, und anderen zu lernen, wie sie auch solche „Hausaufgaben“ bei sich möglichst erfolgreich machen können.
2. Habe ich Menschen zu ermutigen, möglichst einzuladen,teils aufzufordern, sich wieder zu Gemeinwerten wie Achtung voreinander, Frieden, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Solidarität zu bekennen,. Und in weiteren Schritten sich zusammenzuschließen – letztendlich in einer Ethik, die weltweit im Wesentlichen gemeinsamen Nenner hat, das heißt, auf die sämtliche Völker der Erde sich einigen können und sollten, um die Lebensgrundlage Natur zu bewahren und zu schützen und um in Achtung voreinander, Frieden und Gerechtigkeit zusammen zuleben.
Dieser Satz ist die „Erdcharta“ in Kürzestform.
3.Habe ich Menschen dabei zu unterstützen, sich insbesondere dem Thema Kommunikation und Konfliktlösung anzunehmen, denn das erlebe ich (mindestens in unserer westlichen Kultur) als den massiv begrenzenden Faktor, um sich näherzukommen und langfristig erfolgreich zusammen (oder respektvoll nebeneinander) zu arbeiten – also Friedens-Agenturen, Kommunikationsplattformen, Konfliktlösungsministerien müssen her!!!
4. Habe ich die große Chance Menschen dabei zu unterstützen und zu begleiten, das für sie Wesentliche über das Leben und über die eigene Rolle und Aufgabe in meinem Leben und in meinem Lebensumkreis herauszufinden, also habe ich die Chance, durch spirituelle Aktivitäten „ausstrahlend“ und als Multiplikator zu wirken.

In der Friedensarbeit mündete dies im konzentrierten Einsatz für die Erdcharta (siehe extra Kapitel), um eine Initiative zu unterstützen, die sich als NGO, als Nicht-Regierungsorganisation mit dezentralem Schwerpunkt bereits ein großes Stück weltweit organisiert hat.

Der letzte und entscheidende Faktor meines Lebens, den ich in dieser Gemeinschaftszeit kennenlernen durfte, ist die spirituelle Dimension des Lebens an sich, und speziell die spirituelle Ausrichtung meines Lebens. 2002 trat ich in einen fortlaufenden Kurs der Deutschen Akademie für Traditionelles Yoga ein und lernte betreffend sämtlicher Bereiche des Lebens umfassendes Wissen aus vielen unterschiedlichen Kulturen. Zusammenfassend ist es mir eine anhaltende Hilfe, die Kraft und Orientierung für meinen Weg aus Gott, ich kann auch sagen aus „dem Leben an sich“ oder aus meiner Herzenstiefe zu nehmen. Das heißt, daß ich nicht mehr selbst als Individuum das Wissen und die Kraft haben brauche, meinen Weg zu finden und zu gehen, sondern daß ich mich eingebunden wissen darf in ein großes Ganzes, und mich sowohl darauf verlassen darf, daß die wesentliche Unterstützung mir zufließt, als auch daß das, was sich ereignet alles richtig und wichtig ist. Jeder Mensch ist an jeder Stelle und zu jeder Zeit dort, wo er ist, genau am richtigen Platz.

Bezogen auf meine ärztliche und auch politische Arbeit heißt dies, daß ich seither den Schweröunkt von Gesundheit, Harmonie und auch Therapie und Weiterentwicklung darin sehe, daß wir Einzelnen, aber auch wir als Gesellschaft und letztendlich wir als Menschheit in Reife und Verantwortungsbewußtsein zu wachsen haben, wachsen dürfen, um auf diese Weise sowohl individuell gesund zu sein, als auch in immer harmonischeren und auch gerechten Zusammenhängen in unserer Gesellschaft und weltweit zu leben.

Und für mich persönlich bekenne ich klar, daß ich den Weg, den ich gehe, und die Arbeit, die ich leiste, nur durch bewußte Anbindung an diese Quelle erfüllen kann, ansonsten wahrscheinlich aus Verzweiflung angesichts dieser übermächtig erscheinenden Aufgabe schon lange aufgegeben hätte.


 

Näheres über meine Lebenseinstellung und Hauptarbeitsgebiete findet Ihr, finden Sie unter

Höchste Werte und Lebensziele
Naturheilarztpraxis
Erdcharta
Gesundheit, Musik und Bewußtsein
Bewegung für ganzheitlich nachhaltiges Leben – einschließlich Projekt „Friedensgarten“ in Pommritz   und „Real-Utopia“
Meine politische und wirtschaftliche Eigenständigkeit
Buch - Meine „Autobiographie“